Chancen suchen in der Krise: StudiumPlus lädt ein zum Online-Meeting mit Unternehmen

Über die Schwierigkeiten und Chancen der Corona-Krise für den Lehrbetrieb an der Hochschule und die Unternehmen haben sich Vertreter von StudiumPlus, Unternehmen und IHK bei einem Online-Netzwerktreffen ausgetauscht. Das „Smart Meeting“ ersetzte das sonst übliche Treffen vor Ort am Campus Bad Hersfeld – und auch wenn sich die Beteiligten einig waren, dass sie die persönliche Begegnung vermissen, so waren sie sich genauso einig, dass diese Form des Austauschs viele interessante Ergebnisse hatte.

Der Campus Bad Hersfeld ist eine Außenstelle von StudiumPlus, dem dualen Studienprogramm der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und des CompetenceCenters Duale Hochschulstudien – StudiumPlus e.V. (CCD). Campusleiter Prof. Dr. Fabian Tjon konnte stolz vermelden, dass es für das kommende Wintersemester bereits jetzt sehr hohe Anmeldezahlen gebe. Die angestrebte Zahl von 50 Neuanmeldungen in einem Semester werde erreicht, berichtete er stolz – und das trotz Corona-Krise. Bad Hersfeld ist damit die größte Außenstelle von StudiumPlus mit etwa 180 Studierenden.

„Wir wagen Neues und suchen den Aufbruch“, betonte Prof. Dr. Harald Danne, Leitender Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums Duales Hochschulstudium (ZDH). „Wir haben die digitalen Herausforderungen in der Lehre angenommen.“ „326 Dozenten hat StudiumPlus im Sommersemester in Online-Formate gebracht, 220 Online-Vorlesungen täglich organisiert“, ergänzte CCD-Geschäftsführer Christian Schreier. Doch auch wenn dies sehr gut und schnell umgesetzt werden konnte, so fehle doch der Diskurs, der persönliche Austausch, so Danne. Daher arbeite StudiumPlus mit Hochdruck daran, dass im Wintersemester Präsenzveranstaltungen wieder im Vordergrund stehen können. Geplant sei ein hybrides Format mit Hygiene- und Abstandsregelungen, so dass das Persönliche, für das StudiumPlus steht, wieder zentral ist.

„Es gibt derzeit erhebliche Probleme zu lösen, und viele dieser Probleme sind älter als die Krise“, führte der Vorstandsvorsitzende des CCD, Norbert Müller aus Sicht der im CCD organisierten über 900 Partnerunternehmen aus. „Das betrifft Geschäftsmodelle, Verzögerungen bei digitalen Prozessen oder emotionalen Widerstand gegen Veränderungen.“ Versäumnisse würden jetzt durch die Krise sichtbar. „Wir brauchen Mutmacher“, betonte Müller, „wir sollten unsere Chancen neu suchen.“ Die Zukunft sichern könne man über den Faktor Wissen, „und Wissen generiert sich aus Bildung!“

Die Bedeutung von Bildung sprach auch der Landrat des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, Dr. Michael Koch, an. „Wir sind bisher gut durch die Krise gekommen, auch mit Hilfe der Arbeitgeber, die die Vorgaben umsetzen“, berichtete er. Der Landkreis wolle attraktiv als Standort für Ausbildung sein, so dass aktuell über Wohnraum speziell für Auszubildende und Studierende nachgedacht werde – eine Initiative, die von den an dem Treffen teilnehmenden Studierenden sofort sehr positiv aufgenommen wurde. „Die Studierenden kommen zum Teil aus Köln oder Berlin, für die wäre das superattraktiv“, sagte Michelle Robus, Studierende beim Partnerunternehmen B. Braun Melsungen AG.

Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling strich ebenso wie Danne und Müller heraus, dass der Veränderungsschub durch die Krise auch positive Aspekte habe. „Die Digitalisierung bietet ganz neue Möglichkeiten, wir haben die Chance, Prozesse neu zu designen“, sagte er.

Daran können auch die Studierenden in den Unternehmen mitwirken. So berichtete Christina Biedenbach, bei der Amazon Logistik GmbH verantwortlich für die dual Studierenden, dass diese in ihren Projektphasen sehr flexibel reagiert und so das Beste aus der Krisensituation gemacht hätten. Das bestätigte auch Tanita Reed von B. Braun Melsungen: „Wir haben aktuell vier Studierende, die haben überall geholfen, haben ihre eigenen Projekte auch mal ruhen gelassen, trotzdem haben sie diese Projekte gut gemeistert.“

Hartmut Brandau, Geschäftsführer der Trox X-Fans GmbH, berichtete, dass die Baubranche durch die Corona-Krise relativ wenig betroffen sei, zudem habe sein Unternehmen das Thema Digitalisierung schon vorher in Angriff genommen. „Wer seine Hausaufgaben nicht gemacht hat, der bekommt durch Corona gezeigt, wohin das führt“, sagte er. Auch Tom Huwer von der internationalen Spedition Kühne + Nagel berichtete, dass sein Unternehmen schon vorher digital aufgestellt gewesen sei. Der Blick gehe nach vorne, das Unternehmen habe auch bereits wieder einen Studierenden für das kommende Semester bei StudiumPlus angemeldet. Auch Martina Pfannkuch, bei der Libri GmbH zuständig für Ausbildung, kündigte an, dass Libri im Wintersemester einen Studierenden schicken wird.

„Wir haben nur positives Feedback von unseren Studierenden zum digitalen Studium“, sagte Christian Biedenbach, „aber ihnen fehlt der soziale Kontext.“ Das ging auch aus den Beiträgen der Studierenden beim Online-Treffen hervor: „Es läuft gut, die Technik funktioniert und wir können sogar Gruppenarbeit machen“, so Michelle Robus. „Aber wir vermissen den Kontakt zu den Kommilitonen.“ Henri Ott vom Partnerunternehmen K+S Aktiengesellschaft ergänzte: „Auch die Praxisphasenpräsentation hat online gut funktioniert.“ Doch obwohl alles reibungslos klappt, waren sie sich einig: „Wir freuen uns auf Präsenzveranstaltungen!“

Aufgrund der besonderen Situation durch die Coronavirus-Pandemie sind noch zahlreiche Partnerunternehmen von StudiumPlus auf der Suche nach dual Studierenden für das Wintersemester 2020/21. Freie duale Studienplätze in den Partnerunternehmen sowie die Kontaktdaten der jeweiligen Ansprechpartner findet man unter: https://go.thm.de/sp-freie-studienplaetze.

 

Weitere Informationen:

Janika Wiesner
Telefon: 06441-2041-208
E-Mail: wiesner@studiumplus.de